VEGAN UND BIO II

Fragen

Fragen, immer wieder die gleichen Fragen - wer sich vegan ernährt, der kennt das. Warum? Auch keinen Fisch? Ganz schön teuer, oder? Vermisst du das Fleisch nicht? Aber Eier geht, oder? Käse? Honig? Hast du doch früher so gerne gegessen. Und Proteine? Eisen? B12? Ist nicht böse gemeint und eigentlich sind die Fragen auch einfach zu beantworten, aber immer und immer wieder macht das keinen Spaß. Und häufig schaut man dann ja auch in völlig verständnislose Gesichter.

Antworten

Wie bereits im ersten Blogbeitrag zu diesem Thema erwähnt, sind die Hauptmotive für eine vegane Lebensweise Ethik, Religion, Ökologie, Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Ökonomie sowie Gesundheit. Laut Vegane Gesellschaft Deutschland e.V. haben sich mehr als 60% der ca. 1,3 Millionen deutschen Veganer*innen überwiegend aus ethischen Gründen für eine vegane Lebensweise entschieden.

Definition

1951 publizierte die Vegan Society ihre erste Definition von Veganismus als „Leitsatz, dass der Mensch ohne Ausbeutung von Tieren leben soll". Donald Watson ging es nicht darum, ein religiös anmutendes Gebot der „Reinheit“ aufzustellen, sondern um einen pragmatischen Ansatz, Leid zu minimieren: Veganismus ist für ihn und andere Veganer kein Selbstzweck. Diese pragmatische Haltung spiegelt sich in der seit 1988 gültigen Definition der Vegan Society:

„Veganismus ist eine Philosophie und Lebensart, die – so weit wie möglich und praktisch durchführbar – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden sucht und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zum Vorteil von Tieren, Menschen und Umwelt fördert. In der Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle ganz oder zu Teilen vom Tier gewonnenen Produkte.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Veganismus)

Exkurs

Beim Grünen Boten stehen Lebensmittel und Ernährung im Mittelpunkt. Eine vegane Lebensweise beschränkt sich aber nicht auf die bewusste Vermeidung von Nahrungsmitteln, die Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs enthalten. Diese werden auch in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs eingesetzt. Je komplexer ein Produkt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass dort auch Materialien verwendet werden, die von Tieren stammen. Nicht so einfach zu erkennen ist das beispielsweise bei Klebstoffen, und die spielen sozusagen überall eine Rolle. Auch im Textil- und Modedesign ist Vegan ein Thema. In der aktuellen Ausgabe des Fluter (Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung) geht es um Mode und es gibt allerhand interessante Entwicklungen, die dort beschrieben werden. Ein Beispiel dafür ist ein Leder-Ersatzprodukt aus den Abfällen, die bei der Ananasernte anfallen.

(Fluter. Herbst 2020/Nr. 76 Seite 24)

Community

Die erste eigenständige Organisation für Veganismus war die britische The Vegan Society. Sie gliederte sich im November 1944 aus der Vegetarian Society aus. Als Gründungsdatum wurde der 1. November festgelegt, der seit 1994 auch als internationaler „Weltvegantag“ gilt.

Die Community wächst und damit auch die Anzahl der Organisationen, die sich mit Veganismus befassen. (Links zu Websites finden Sie im Anhang.)

 Verzicht

Eine vegane Ernährungsweise bedeutet schon lange nicht mehr Verzichten, ganz im Gegenteil. Es gibt mittlerweile ein reichhaltiges Angebot an Ersatzprodukten beispielsweise für Fleisch oder Milch. Und es werden täglich mehr. Hinzu kommt die ungeheure Kreativität der Menschen, die sich bewusst für eine nachhaltige Lebensweise und Ernährung entscheiden. Bei Büchern und Zeitschriften finden wir eine reiche Auswahl zu dem Thema, im Netz ist das Informationsangebot schier unerschöpflich und es gibt wirklich jede Menge spannender Blogs und für eine erste Orientierung auch Ranking-Seiten. 

Einige Blogs beleuchten das Thema sehr ausführlich und liefern detailreiche Hintergrundinformationen. Bei anderen geht es überwiegend oder ausschließlich um Rezepte und Tipps rund um das Zubereiten veganer Speisen. (Einige Links finden Sie im Anhang)

Genuss

Ist es das Adventliche oder einfach nur das Dunkle der Jahreszeit? Oder sind es gar die süßen Verlockungen, die überall lauern? Bevor im Januar die guten Vorsätze zunächst beschlossen und dann so nach und nach wieder vernachlässigt werden, nimmt der Süßigkeitenkonsum wohl bei den meisten von uns gegen Ende des Jahres zu.

Wenn es um Genuss geht, sind Kriterien wie der Preis oder die Frage, wie gesund die Leckerei eigentlich ist, die da so verlockend im Regal steht, nicht ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung.

Dennoch sind es vielleicht nicht nur die Kalorien so manch einer Süßigkeit, die einen das Naschen ein wenig bereuen lassen, sondern auch die Bedingungen, unter denen tierische Produkte in industriellen Produktionsabläufen gewonnen und eingesetzt werden. Der Umgang mit Tieren bei der Haltung, Tötung und Verarbeitung ist heute in unvorstellbarem Maße ungerecht und grausam.

Genuss ohne Reue kann eigentlich nur möglich sein, wenn ethische, soziale und ökologische Bedingungen in der gesamten Produktionskette berücksichtigt werden. Ein Blick auf die Zutatenliste ist da oft schon sehr hilfreich. Etwas schwieriger ist der kritische Umgang mit Bio-Siegeln. Dazu gibt es einen sehr gut gemachten Leitfaden, über den wir in einem älteren Blog schon berichtet haben. Es ist eine Frage des eigenen Anspruchs, wie sehr man sich mit diesen Themen beschäftigen will. Als Verbraucher*innen haben wir es in der Hand, durch unser Einkaufs- und Konsumverhalten einen Unterschied zu machen und sei es nur bei der Entscheidung für Advents- und Weihnachtsspezialitäten.

 

Aus unserem Süßigkeitensortiment stellen wir Ihnen hier einige Leckereien vor, die Sie unter den genannten Aspekten ohne Reue genießen können.

Marzipanbrot mit Rohrohrzucker und Zartbitterschokolade.

Zutaten:

80 % Marzipan (52 % MANDELN, 29 % Rohrohrzucker, Wasser, Invertzuckersirup), 20 %  Zartbitterschokolade(Kakaomasse, Rohrohrzucker, Kakaobutter, Vanillepulver)

Die kurze Zutatenliste spricht für sich.

Marzipanbrot

Von der Websit des Herstellers:

Michael Lubs leistete seinen Zivildienst auf einem biologisch-dynamisch wirtschaftenden Bauernhof, was bei ihm bereits in den frühen Achtziger Jahren zu einer Wende in seiner Ernährung und seinem Leben führte.
Mit seinen Riegeln aus süßen Trockenfrüchten wurde er zu einem echten Pionier der Naturkostwelt. Schon zu Beginn der Unternehmung war Michael Lubs wichtig, dass die Rohstoffe möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau kamen, damit durch seine Produktion die Umwelt keinen Schaden nimmt.
In den 90er Jahren zog es Lubs dann ins schöne Lübeck. Dem neuen Firmensitz entsprechend, produziert das Unternehmen seitdem Qualitätsmarzipan aus biologischen Zutaten.
 

Schoko-Lolly

Weihnachtlicher Spaß zum Knabbern: Vegane Schokolade in Nikolaus-Form am Stiel.

Herstellerinfo: Wir verwenden keinerlei Konservierungsstoffe und Stabilisatoren. Unsere Schokolade ist grundsätzlich ohne Sojalecithin. Des Weiteren verzichten wir auf die Verwendung von künstlichen Aromastoffen.

Zutaten:

Rohrzucker unraffiniert, Kakaobutter, Kakaomasse, Reissirup getrocknet 16% Kakao: 40% mindestens 

Gepa Zartbitterschokolade Orange 70%

Zutaten: Kakaomasse,Vollrohrzucker, Kakaobutter, Kakaopulver, Orangenöl Kakao 70 % mindestens

Zartbitterschokolade Orange

Produktbeschreibung:

Die GEPA handelt seit 1975 fair - aus Überzeugung und mit Leidenschaft.

mit dem speziellen Fair Cocoa Blend AMARIBE; ohne Emulgatoren, dafür schonendes und sorgfältiges Conchieren der Schokoladenmasse; Kakaobutter als einzig eingesetztes Fett; Direktimport der hochwertigen Zutaten, Unterstützung mehrerer Handelspartner; Innenwickel aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen

Die GEPA steht für einen sozialen und umweltverträglichen Handel. Von unseren Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika beziehen wir zu fairen Preisen und Konditionen Lebensmittel, Handwerk und Textilien.

Kirschbomben

DAS Geschmackserlebnis: Saftiger Lebkuchen mit 34% Kirschfruchtfüllung, vegan, mit Zartbitterschokolade überzogen. Die sind so lecker, dass sie schon nach kurzer Zeit ausverkauft waren. Wir bemühen uns um Nachschub.

Schokoweihnachtsmann

Klassische Weihnachtsmannfigur aus heller, veganer Schokolade.

Zutaten:

Kakaobutter, Reissirup getrocknet 27%, Rohrzucker unraffiniert, Kakaomasse, HASELNUSSKERNE geröstet, 4% Kakao: mindestens 40%

 

Praliné-Box - vegane Spezialität

10 handgefertigte vegane Bio-Pralinés: Matschatee-Trüffelpraliné, Gewürz-Trüffelpraliné, Cassis-Trüffelpraliné, Mandel-Krokant-Nougat-Praliné, Himbeer-Marzipanpraliné, Limetten-Marzipanpraliné, Orangen-Trüffelpraliné, Ingwermarzipan-Praliné, Haselnussmarzipan-Praliné, Aronia-Lavendel-Marzipan-Praliné.

Plastikfreie Verpackung: Zellglas-Tütchen in Geschenkbox aus Hartpapier mit Schleife aus Tencel®-Band

 

Hier einige Links zu Websites und Blogs, in denen wir gerne mal Blättern.

Websites

https://www.vegansociety.com/

https://proveg.com/de

http://www.veganity.com/de/

https://www.vegane.org/

https://www.vegan.eu/

https://www.peta.de/

 

https://albert-schweitzer-stiftung.de/themen/vegan-gesund

Mit einer Vegan Taste Week, in der Sie mit Rezepten und Tipps versorgt werden. Kann man ja mal machen, dann weiß man, wie es sich anfühlt.

Blogs

http://www.ichbinjetztvegan.de/

https://www.zuckerjagdwurst.com/de/

https://www.eat-this.org/

https://www.fuckluckygohappy.de/8-vegane-food-blogs-die-du-kennen-musst/

https://www.deutschlandistvegan.de/

 

Diese Auswahl ist nicht repräsentativ und wir haben das auch nicht alles gelesen. Es gibt eine unendliche Fülle an informativen und sehr gut gemachten Blogs zum Thema Vegan – einfach mal selber auf die Suche machen.

 

P.S.

Was man bei der Recherche nicht alles findet: 

Genuss ohne Reue in den 50ern des letzten Jahrhunderts.

 

Genuss ohne Reue hatte in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eine ganz andere Bedeutung. Das soll ein heiterer Abstecher sein, muss man nicht analysieren oder bewerten.

20.10.2020
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